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Grüne wollen noch strengere Glücksspielregulierung

In einem aktuellen Positionspapier fordert die Partie Bündnis 90/Die Grünen eine noch strengere Glücksspielregulierung in Deutschland. So soll unter anderem die Werbung für Sportwetten weiter eingeschränkt werden. Auch das Zutrittsalter für Spielhallen soll bundesweit auf 21 Jahre erhöht werden. Darüber hinaus fordern die Grünen, die Zahl der Spielautomaten in gastronomischen Betrieben weiter zu reduzieren. Aber wie sinnvoll sind die Vorschläge der Grünen in Anbetracht der derzeitigen Entwicklungen und Probleme in der Glücksspielbranche?

Forderung: Keine Spielautomaten in gastronomischen Betrieben

Die Grünen fordern in ihrem kürzlich veröffentlichten Positionspapier, dass es bestenfalls in gastronomischen Betrieben überhaupt keine Geldspielgeräte mehr geben sollte. Der Gaststätten- und Hotelverband DEHOGA kritisiert diese Forderung scharf. Für viele Gastronomen, insbesondere für Imbisse und Kneipen, sind die Spielautomaten eine wichtige Einnahmequelle.

Weiterhin fordert die Partei um Robert Habeck, dass es zukünftig bundeseinheitliche Regeln bei den Abstandsregeln zwischen zwei Spielhallen geben sollte. Aktuell kann jedes Bundesland eigenständig entscheiden, wie viel Abstand zwischen einzelnen Spielhallen oder zwischen Spielhallen und Bildungseinrichtungen sind.

Darüber hinaus halten die Grünen in ihrem Positionspapier eine Erhöhung des Mindestalters für Spielhallen für sinnvoll. Konkret soll es demnach nur noch Spielern möglich sein, eine Spielhalle zu besuchen, wenn sie mindestens 21 Jahre alt sind.

Glücksspielbehörde in Sachsen-Anhalt soll verstärkt werden

Um effektiv und erfolgreich das illegale Glücksspiel bekämpfen zu können, fordern die Grünen zudem eine Verstärkung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale). Auch das zentrale Spielersperrsystem OASIS soll in diesem Zusammenhang ausgeweitet werden. Das Ziel bestehe darin, Spielerinnen und Spieler besser vor den Gefahren des Glücksspiels zu schützen.

Führt eine strengere Glücksspielregulierung zu mehr illegalem Glücksspiel?

Bei der Deutschen Automatenwirtschaft (DAW) kommt das Positionspapier der Grünen erwartungsgemäß überhaupt nicht gut an. Hier befürchtet man, dass eine strengere Glücksspielregulierung dazu führt, dass der illegale Glücksspielmarkt befeuert wird. Wenn die Spieler nicht (mehr) auf dem legalen Markt spielen können, würden sie eben auf den Schwarzmarkt ausweichen. Und auf diesem Schwarzmarkt gibt es in aller Regel überhaupt keine Spielerschutzvorschriften, sodass hier weder Mindestspieldauer, noch Höchsteinsatz oder Autospin-Verbot gelten, wie es zumindest in den deutschen Online Casinos der Fall ist.

Aktuellen Schätzungen zufolge nimmt der Schwarzmarkt in Deutschland schon jetzt rund 30 bis 46 Prozent des Glücksspielmarktes ein – mit stark steigender Tendenz. In Anbetracht dieser Zahlen sollte die Politik natürlich darauf Acht geben, dass der legale Glücksspielsektor attraktiv genug bleibt, um die Spielerinnen und Spieler nicht auf den Schwarzmarkt zu treiben.

Fazit

Die Grünen zeigen in ihrem aktuellen Positionspapier, dass sie sich eine noch strengere Glücksspielregulierung wünschen. So soll nicht nur das Mindestalter in Spielhallen auf 21 Jahre angehoben werden, sondern es sollen auch Spielautomaten aus den gastronomischen Betrieben verbannt werden. Oberste Priorität bei allen Anstrengungen hat aber nach wie vor der Kampf gegen das illegale Glücksspiel. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die aktuelle Bundesregierung die Vorschläge der Grünen umsetzen wird.