Angehörige von Spielsüchtigen & Unterstützung für Familien und Freunde

Unter einem problematischen Spielverhalten leiden nicht nur die Betroffenen, sondern oft auch die Familie, Freunde und Angehörige. Eine derartige Situation kann die nahestehenden Personen herausfordern oder gar überfordern. Im Folgenden zeigen wir auf, was Familie und Freunde tun können und wie den Angehörigen geholfen wird.

Was können Familie und Freunde tun?

Die Angehörigen und Freunde von Glücksspielern haben verschiedene Möglichkeiten, um diese bei der Regulierung des Spielverhaltens zu unterstützen. Mögliche Ansätze haben wir im Folgenden aufgelistet:

  • Gespräch mit dem Betroffenen suchen
  • Kein Geld leihen
  • Beratungsstellen aufsuchen
  • Feste Grenzen ziehen
  • Fremdsperre via OASIS einrichten
  • Gespräch mit dem Betroffenen suchen

In erster Linie sollten die Familienangehörigen das Gespräch mit dem Betroffenen suchen. In diesem empfiehlt es sich, die eigenen Sorgen zu äußern und darzulegen, wie sich das Spielverhalten des Angehörigen auf das eigene Leben auswirkt.

Wichtig: Vorwürfe helfen an dieser Stelle in der Regel nicht weiter. Stattdessen sollten Betroffene dazu motiviert werden, sich ihr Problem einzugestehen und eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

Spielern kein Geld leihen

Auch wenn es unter Umständen schwer fällt, sollten Angehörige und Freunde den Betroffenen kein Geld leihen. Diese beteuern in der Regel, laufende Verpflichtungen damit zu erfüllen oder Rechnungen bezahlen zu wollen. Oftmals wird das Geld jedoch für weitere Spielrunden verwendet.

Beratungsstellen aufsuchen

Möglichst frühzeitig sollten Angehörige und Familienmitglieder gemeinsam mit dem betroffenen Spieler Beratungsstellen aufsuchen. Oftmals kommt es durch eine Glücksspielsucht zu Problemen in der Familie, die zu einem zerrütteten Familienverhältnis oder einer Scheidung führen können. Familienberatungsstellen können in diesem Fall die richtige Anlaufstelle darstellen.

Darüber hinaus empfiehlt sich der Besuch einer Schuldnerberatungsstelle. Diese helfen bei finanziellen Schieflagen oder Schulden und bieten eine unverbindliche Beratung. Im Fall der Fälle können die Schuldnerberatungsstellen auch den Kontakt zu Gläubigern aufnehmen.

Feste Grenzen ziehen

Es ist oftmals ein Balanceakt zwischen der Unterstützung eines Angehörigen und dem Verzicht auf die Übernahme einer gewissen Verantwortung. Nahestehende Personen sollten feste Grenzen ziehen und sich klarmachen, dass jede Person ihre eigenen Entscheidungen trifft. Spielern Hilfe anzubieten, ist in Ordnung und gewünscht. Auf keinen Fall sollten die Probleme des Spielers jedoch zu den eigenen gemacht werden.

Fremdsperre über OASIS einrichten

In Deutschland steht Angehörigen von Problemspielern die Möglichkeit zur Verfügung, über das OASIS Sperrsystem eine sogenannte Fremdsperre zu beantragen. Vor der Aktivierung der Sperrmaßnahme bekommt der Spieler Gelegenheit, sich zu äußern. Sollte die Sperre aktiv werden, gilt diese für einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten.

Eine Fremdsperre wird in Deutschland nicht automatisch wieder aufgehoben. Nach Ablauf der Sperrfrist ist ein schriftlicher Antrag auf Aufhebung der OASIS Sperre erforderlich.

Glücksspielsucht bei einem Angehörigen erkennen

Mit Blick auf die äußeren Einwirkungen ist die Glücksspielsucht nicht mit anderen Süchten vergleichbar. Während zum Beispiel der Missbrauch von Substanzen zu einem körperlichen Verfall führen kann, sieht man Spielsüchtigen ihr Problem in der Regel nicht an.

Umso wichtiger ist es, dass Angehörige auf die Verhaltensweisen der Spieler achten. Können Angehörige eine oder mehrere der folgenden Fragen mit ja beantworten, liegt unter Umständen ein problematisches Spielverhalten bei dem Angehörigen vor:

  • Fehlt unerklärt Geld in der Haushaltsplanung oder für wichtige Anschaffungen?
  • Sind finanzielle Probleme ein häufiger Auslöser für Streit?
  • Zieht sich der spielende Angehörige immer mehr zurück und verbringt Zeit allein?
  • Lügt der Angehörige aufgrund seines Spielverhaltens oder kommt Verpflichtungen nicht nach?

Tipps & Ratschläge für Angehörige von Spielern mit problematischem Spielverhalten

Für Angehörige von Problemspielern ist die Situation oft nicht weniger belastend als für die spielenden Süchtigen. Im Folgenden haben wir ein paar hilfreiche Tipps aufgeführt, wie sich Familienangehörige verhalten sollten:

Eigene Finanzen schützen: Je nach Ausprägung des Spielverhaltens kann dieses Folgen auf das generelle Verhalten der Spieler haben. Werden gemeinsame Konten genutzt, empfiehlt sich möglicherweise eine Trennung. Angehörige sollten ihre eigenen Finanzen schützen, um nicht selbst in eine finanzielle Schieflage zu geraten.

Sich nicht selbst vernachlässigen: Das Zusammenleben mit einer spielsüchtigen Person bringt Herausforderungen mit sich und kann belastend sein. Angehörige sollten dennoch versuchen, dieses Thema nicht ihren gesamten Alltag bestimmen zu lassen. Hobbys sollte weiter nachgegangen, Freunde weiter getroffen werden. Auf keinen Fall sollten sich die Angehörigen aufgrund der Spielsucht eines Bekannten oder Familienmitglieds vernachlässigen.

Keine Rechnungen oder Kredite begleichen: Für die finanziellen Verpflichtungen des Spielers sollten nicht die Angehörigen aufkommen. Zum einen bedeutet dies, dass Spielsüchtigen kein Geld geliehen werden sollte. Zum anderen sollten die Familienmitglieder für diese keine laufenden Kredite tilgen oder Rechnungen begleichen.

Wo bekommen Angehörige Unterstützung?

Familienmitglieder und Angehörige von Problemspielern sind nicht auf sich allein gestellt. Viele Anlaufstellen in Deutschland richten sich nicht nur an die Spieler, sondern bieten auch den Nahestehenden Unterstützung. Die wichtigsten Anlaufstellen haben wir im Folgenden aufgeführt:

Diese Beratungsformen für Angehörige von Spielsüchtigen gibt es

Die Beratungsangebote für Angehörige und Familienmitglieder sind nicht zwangsläufig mit einem persönlichen Gespräch verbunden. Verfügbar sind verschiedene Formen der Beratung. Wir haben diese im Überblick aufgeführt:

  • E-Mail-Beratung
  • Telefon-Beratung
  • Online-Beratung
  • Vor-Ort-Beratung

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